Sie befinden sich hier: Hintertux > Winter > Zillertal & Tuxertal > Brauchtum & Sagen

Das Brauchtum übers Jahr

Ursprünglich waren die meisten Bräuche eingebettet in den Jahresablauf der Bauern und sind sehr häufig mit religiösen Motiven verbunden, was auf eine enge Verbindung zwischen dem bäuerlichen Leben und dem Glauben hindeutet. Dabei sind viele dieser Brauchtümer heidnischen Ursprungs, sie wurden aber vom christlichen Glauben übernommen und neu gedeutet.

 

Das heilige Land Tirol

Wenn man nach Tux kommt sieht man sofort das die christliche Glaubensgemeinschaft hier eine große Rolle spielt. Die Religion lebt in überlieferten Zeichen und bewirkt eine lebendige Entwicklung des gemeinsamen Pfarrlebens, denn vor Gott sind alle Menschen gleich. Der Kirchplatz ist heute nicht für Kuhhandel während der Messe, wie es früher oft der Fall war, sondern ein Treffpunkt für den kurzen "Ratsch" nachher.

Advent im Tuxertal

Die "stille und besinnliche Zeit" im Jahr, der Adventkranz steht am Tisch und jeden Sonntag wird eine neue Kerze angezündet und in diese Zeit fällt auch der Brauch des "Anklöpfeln" die mühsamen Herbergssuche des heiligen Paares Maria und Josef. Die Anklöpfler gehen von Haus zu Haus und singen das Lied "wer klopfet an?".

St. Nikolaus und der Krampus

Am 6. Dezember wird das Fest des heiligen Bischofs Nikolaus gefeiert, der zu Lebzeiten die Armen beschenkt hat. Der Nikolaus besucht die Kinder und hat manchmal auch einen Krampus mit dabei, der mit einer furchterregenden Kette rasselt. Aber keine Angst wenn die Kinder brav waren holt der Nikolaus aus seinem Sack die Gaben heraus und selbst der Krampus hat hi und da einen Lolli für die Kinder eingesteckt. Aber Achtung am 5. Dezember ist der offizielle Krampustag und dort ist der Krampuse ohne Nikolaus unterwegs.

Die Rauchabende

An diesen Abenden geht das Familienoberhaupt mit geweihtem Feuer in einer Pfanne voraus, die anderen Familienmitglieder gehen mit Weihwasser und Weihrauch hinterher. Es werden alle Räume des Hauses und auch bäuerliche Bereiche wie Stall und Scheune geräuchert. Durch die Gebetet die dabei gesprochen werden, sollen böse Geister und Krankheiten vertrieben werden, gleichzeitig bittet man für eine gute Ernte und den Erhalt des Viehbestandes. Es gibt 3 Rauchabende: Den 24. Dezember, den 31. Dezember und den 5. Jänner

Perchtentag (5.Jänner)

Perchten in Hintertux, altes Brauchtum

Tagsüber ziehen die Kinder als "Binggalpechtn" oder "Krapfenpechtn" von Haus zu Haus und sammeln Süßigkeiten, am Abend schlüpfen die Erwachsenen in die Perchtenkleidung und ziehen als "Schnapspechtn" durch das Dorf, der Besuch wird mit mehreren Schnapserln belohnt. Zu Mitternacht trifft man sich dann in der Gletscherspalte um die Masken abzulegen. In früher Zeiten handelte es sich dabei um arme Leute, die vermummt und mit einem Körbchen (Binkl) zum Betteln gingen. Mit verstellter Stimme wünschten sie den Einheimischen "A glickselig´s nois Johr" (Ein glückliches neues Jahr) und bekamen dafür Geld oder Lebensmittel.

Dreikönig, 6. Jänner

Die Sternsinger kommen. Schulkinder und Ministranten ziehen am Dreikönigstag als Sternsinger von Haus zu Haus. Es werden Gedichte und Lieder vorgetragen, das Geld was beim Sternsingen gesammelt wird spendet die Kirche an Entwicklungsprojekte in Ländern der dritten Welt. Die Buchstabenkombination C + M + B, werden Sie an allen Eingangstüren im Tuxertal finden. Diese Buchstaben werden mit geweihter Kreide von den Sternsingern beim jährlichen Besuch aufgemalt, es ist nicht die Abkürzung der drei Weisen aus dem Morgenland wie oft vermutet wird, sondern die Abkürzung für "Christus Mansionem Benedicat" - Christus segne und Beschütze dieses Haus.

Maria Lichtmeß, 2. Februar

Dieser Tag gilt als Ende des weihnachtlichen Festkreises und gleichzeitig ist es auch der Tag der Darstellung Jesu im Tempel und der damit verbundenen Kerzenweihe. Früher wurden erst an diesem Tag die Christbäume ausgeräumt. Im bäuerlichen Alltag war dieser Tag früher allgemein als "Schlenggeltag" bekannt. Es war der Zahltag für Knechte und Mägde und gleichzeitig der Beginn des Arbeitsjahres.

Palmsonntag

Am Palmsonntag bringen die Burschen aus Tux ihre selbst geschmückten Palmstangen mit den Palmzweigen in die Kirche, die Mädchen tragen die Palmbuschen. Die geweihten Palmzweige werden entweder hinter das Kreuz im Herrgottswinkel gesteckt, unter die Matratze von Kleinkinder gelegt, im Ofen angefeuert oder auf dem Feld ausgesteckt. Das alles um für Segen und Schutz zu bitten.

 

 

Brauchtum in Hintertux, Zillertal, Kirche, Palmsonntag, Drekönig, Rauchabende im heiliegn Land Tirol
Der Krampus
Die Sternsinger
Palmsonntag

Die Bundesmusikkapelle Tux

Bundesmusikkaplelle Tux, Brauchtum und Platzkonzerte, Galakonzerte

Was wäre das Brauchtum ohne die Musik? Bei allen festlichen Anlässen begleitet die Bundesmusikkapelle Tux mit ca. 40 aktiven Mitgliedern und dem Kapellmeister Florian Erler. Das abwechslungsreiche und spannende Programm umfasst traditionelle Märsche, klassische Werke wie auch bekannte Melodien und Musicals. Das Gründungsjahr der Musikkapelle wird auf das Jahr 1833 geschätzt mit einer damaligen Mitgliederzahl von 12 Mann.

Bergfeuer in Tux

Auch "Sonnwendfeuer" genannt. Seit ein paar wird dieses Feuer wieder in Tux entzündet, eine Gruppe von jungen Tuxern hat sich zusammengeschlossen und "De Bräuchlachn" ins Leben gerufen. Diese Männer haben sich dazu entschlossen alte Bräuche wie auch das Bergfeuer wieder ins Leben zu rufen. Jedes Jahr werden die schweren Säcke mit den Holzscheitern auf den Penken getragen und dort entzündet. Die Holzscheiter werden nach dem auskühlen wieder mit nach Hause genommen und in den Herd oder Ofen gelegt um Unheil fern zu halten.

Grasausläuten, 1.Mai

Anders als im übrigen Zillertal wird in Tux am 1. Mai der Brauch des Grasausläutens gepflegt, das liegt wohl auch daran das, dass Tuxertal durch seine Höhenlage erst später vom Schnee befreit wird. An diesem Tag tun sich die Burschen zusammen (manchmal sind auch Mädchen dabei) hängen sich große Kuhglocken um den Bauch und ziehen damit lärmend und läutend durch Wiesen und Felder von Haus zu Haus, um die Natur wieder aufzuwecken, das Gras sprießen zu lassen und es herauszuläuten. Voraus geht immer der Melker mit Kraxe und Melkeimer auf dem Rücken und den Schluss bildet der Stier, ein Bub mit rußgeschwärzem Gesicht. Das Geld was beim Grasausläuten gesammelt wird kommt in den Tuxer Vorsorgefon.

Almabtrieb

Aufgrund der besonderen Lage von Hintertux hat der Almabtrieb immer schon eine besondere Bedeutung für die einheimischen gehabt. Wenn das Jahr wieder bis in den September fortgeschritten ist, die Heuarbeit beendet ist und die Almen keine Nahrung für das Vieh mehr bieten, ist es Zeit von der Alm wieder runterzukommen. Dazu werden die Küche mit festlichen Buschen geschmückt und mit Glocken behängt, am Tag des Almabriebes wird in Hintertux immer ein großes Fest gemacht um die gesunde Rückkehr der Tiere zu feiern.

 

 

Bergfeuer, Osterfeuer, Sonnwendfeuer in Tux, Almabtrieb, Hintertuxer Oktoberfest, Grasausläuten
Bergfeuer in Tux
Grasausläuten am 1.Mai
Almabtrieb in Hintertux